Rückerstattungen aus ausländischen Kapitalanlagen versäumt
October 28 2011, 11:25 amInvestoren verschenken Geld
Eine neue Studie von GOAL Group, dem führenden Experten für Steuerrückerstattungen, verdeutlicht, dass Investoren im Jahr 2010 weltweit 12,24 Milliarden Euro an rechtmäßigen Rückerstattungen aus internationalen Kapitalanlagen eingebüßt haben, da die Quellensteuer auf Dividenden und Erträge nicht ordnungsgemäß zurückgefordert wurde. Die Summe der ausstehenden Rückforderungen macht rund ein Viertel des weltweiten Gesamtanteils der möglichen Quellensteuererstattungen aus.
US Investoren verloren dabei mit 3,16 Milliarden Dollar (rd. 2,22 Mrd. Euro) die höchsten Beträge, gefolgt von britischen Anlegern mit 1,16 Milliarden Euro und Investoren aus Japan mit 936 Millionen Euro. Deutsche Investoren verzichteten unfreiwillig auf 982 691 Millionen Euro an Rückerstattungen.
Seit der letzten Marktanalyse von GOAL Group im Jahre 2005 sind die ausgebliebenen Rückforderungen der Quellensteuer aufgrund der wachsenden Beliebtheit grenzüberschreitender Kapitalanlagen rapide angestiegen. Laut Statistiken des Internationalen Währungsfonds und der weltweiten Börsen erhöhte sich die Marktkapitalisierung globaler Aktienwerte zwischen 2001 und 2009 um 79 Prozent, während der Wert grenzüberschreitender Wertpapierinvestitionen im gleichen Zeitraum einen Zuwachs von 163 Prozent verzeichnete. Grenzüberschreitender Aktienbesitz hat sich demzufolge im Vergleich zum Marktwachstum mehr als verdoppelt.
Mit der positiven Marktentwicklung hat die Dividendenausschüttung im Jahr 2010 eine Renaissance erfahren. Dieser Trend wird sich vermutlich 2011 aufgrund der wirtschaftlichen Wiederbelebung und der wachsenden Zuversicht der Unternehmen fortsetzen. Parallel dazu ist der Wert der Anleihen auf dem globalen Markt seit Beginn des Jahrzehnts in die Höhe geschnellt. Angesichts der steigenden Popularität ausländischer Wertpapiere und des anhaltenden Trends der Dividendenausschüttungen wird der Betrag der nicht zurückgeforderten Quellensteuer weiterhin ansteigen, solange sich Anleger nicht aktiv für Ihre Rückerstattungsansprüche einsetzen.
Erträge aus ausländischen Wertpapieren unterliegen der Steuerpflicht im Herkunftsland, aber ein Teil dieser Steuer kann von Depotbanken im Namen ihrer Kunden zurückgefordert werden. Viele führende Vermögensverwalter haben diese Marktlücke bereits entdeckt und bieten Steuerrückerstattungsdienste für Fondsmanager und als Interbanken-Service an. Die Tatsache, dass rund 25 Prozent der möglichen Steuerrückforderung aus internationalen Kapitalanlagen nicht in Anspruch genommen werden, weist deutlich auf ein Optimierungspotenzial hinsichtlich des Umfangs und der Effektivität der Rückerstattungsdienste durch Depotbanken hin, heißt es in der Studie.
Stephen Everard, Chief Executive Officer bei Goal Group, kommentiert: „Mit anziehender Weltkonjunktur bescheinigen Unternehmen Ihren Investoren durch erhöhte Dividendenzahlungen, dass sie die Finanzkrise überstanden haben und sich 2011 im Aufschwung befinden. Bewanderte Investoren verfolgen immer häufiger eine internationale Investmentstrategie, um ihre Wertpapiererträge aus Aktien und Anleihen zu maximieren. Ein erheblicher Teil ihrer rechtmäßigen Ansprüche ist in Gefahr, in ausländischen Steuersystemen zu versanden, wenn der Rückerstattung der Quellensteuer nicht die nötige Aufmerksamkeit zugewandt wird. Alle Marktteilnehmer der Fund-Management-Industrie sollten diese Tatsache ernst nehmen und sich daran beteiligen, die Erstattungsquoten der Investoren zu erhöhen. Die Quellensteuerrückerstattung ist eine hochkomplexe Aufgabe, bei der unterschiedliche Daten, Formate und Verfahren der verschiedenen länderspezifischen Gerichtsbarkeiten berücksichtigt werden müssen. Allerdings ist die Technologie, die diesen komplizierten Prozess automatisch durchführt, heutzutage weitgehend verfügbar. Fund Manager und Ihre Depotbanken haben deshalb keine Vorwände, diese technologiebasierten Services nicht im Sinne ihrer Kunden einzusetzen.“

